Category: Back to Life!
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Es war ein warmer Sommertag, die Sonne strahlte nur so vom Himmel und ich freute mich auf einen Tag am Kanal. Wer konnte schon ansatzweise ahnen das an diesem Tag meine Welt total aus den Fugen geriet...

Bewaffnet mit meiner Kamera schoss ich Bilder vom Kanal und der Umgebung und war eigentlich guter Dinge. Das Model ins rechte Licht zu rücken, für Sie Bilder zu machen brachte richtig Spaß. Ich fühlte das eine Panikattacke in Anflug war und setzte mich auf eine Bank...

Es ging alles beängstigend schnell, der Kreislauf brach völlig zusammen und ich hatte Schmerzen wie noch nie zuvor. Die Welt um mich herum versank in dunklen Schleiern und die panischen Stimmen um mich herum erreichten mich nicht mehr...

Das nächste was ich realisierte war der Satz: " Puls kaum noch vorhanden." Ich war innerlich ganz ruhig und dachte: "Na dann war es das jetzt wohl..." Da waren nur noch diese entsetzlichen Schmerzen und dann wurde es dunkel..

Auf der Intensivstation kam ich wieder etwas zu mir, von Schmerzmitteln völlig berauscht aber schmerzfrei und vor allem am - Leben.

Der Arzt erzählte mir etwas von Hinterhofflimmern, Herz rechts frei gemacht, Stants eingesetzt links noch zu und dann war ich wieder weg.

Auf der Station wurde bei Untersuchungen noch festgestellt das die Galle raus muss und die Operation war dann ein paar Tage später. Normalerweise dauert das einen Tag bis man danach von der Intensiv auf die Station gelegt wird. Mir fehlen ganze vier Tage an denen ich auf der Intensiv lag. Warum hat mir bis heute niemand gesagt, will ich auch ehrlich nicht so genau wissen.

Es ist sowieso für einen Menschen mit Panikattacken ein Kraftakt sich im Krankenhaus aufzuhalten. Die eigene Wohnung ist ja der einzig sichere Ort...

Erstaunlicherweise durfte ich am nächsten Tag nach Hause. Da lag ich nun zuhause in meinem Bett... unfähig mir etwas zu Essen zu machen. So was geht aber auch vorbei, aber so gut es mir nach dem Stants vor ein paar Tagen ging, fühlte ich mich nicht...

Ich will hier nicht alles in jeder kleinen Einzelheit schreiben, aber das war der Anfang von zwei Jahren Panik. Es ist nicht einfach klar zu kommen mit dem Wissen das ich jederzeit wegen der linken Herzseite den nächsten Infarkt bekommen kann...

Nachdem ich meinen Hausarzt gewechselt habe ging es mir mental besser. Körperlich hatte ich allerdings sehr abgebaut. Die ganzen Tabletten die mich am Leben halten, das auf mich aufpassen, nicht aufregen, nicht anstrengen, die ewige Müdigkeit, das unendliche schlapp sein und diese Hoffnungslosigkeit. Meistens lag ich im Bett und es gesellten sich zu meinen Knochenschmerzen auf noch extreme Kopfschmerzen.

Langsam verfiel ich in Depressionen, das änderte sich aber schlagartig als meine Entzündungswerte auf ein Level herunter waren das mein Hausarzt mir einen Termin machen konnte. Im August letztes Jahr wurde die linke Herzseite frei gemacht und mit Stants versorgt. Ihr könnt euch vorstellen wie frei ich mich gefühlt habe nachdem das "Damoklesschwert" nicht mehr über meinem Kopf war. Allerdings besser ging es mir nicht wirklich.

Manchmal macht man sich auch gerne selber etwas vor und denkt - ach das wird schon, wurde es aber nicht. Leider gehöre ich zu den Menschen die nicht sofort zu Arzt rennen und so schob ich meine Symptome auf die Bronchien, mit denen ich wegen meinem alten Job öfter mal Probleme hab. Man sollte sich echt nicht alleine solche Diagnosen stellen. In den folgenden Tagen habe ich fast nur geschlafen. Wach wurde ich immer wenn die Luft so knapp wurde das das Atmen sehr schwer fiel.

Bis gar nichts mehr ging und ich es kaum geschafft habe den Rettungswagen zu rufen. Blaulicht, Krankenhaus und die Diagnose "Wasser in der Lunge". Das schlimmste ist, wenn sich die Lungen weigern Luft aufzunehmen.

Jetzt sitz ich hier. Schlucke 16 Tabletten am Tag, am Ende mit meiner Kraft mit nicht mehr vorhandener Beinmuskulatur. Aber klage ich? Nein! Es ist auch kein Mitleid das ich will!

Durch meine Krankheit habe ich locker 130 kg auf meinen Rippen. Meine Beine sind mittlerweile so dünn das sie mein Gewicht nicht mehr tragen wollen.

Zu meinen gesundheitlichen Problemen kamen dann auch noch Schicksalsschläge der besonderen Art. Meine Mutter starb, ich verlor zudem auch noch zwei Menschen die mich viele Jahre begleitet haben und dann verstarb auch noch meine Tante in England, das war fast mehr als ein Mensch verkraften kann.

Damit sind wir dann auch beim Thema:  "Back to Life"

An all die da draußen die sich gern mal über dicke Menschen aufregen oder amüsiert sind - es kann jederzeit das Schicksal zuschlagen und es betrifft auch Euch, eure Eltern oder Freunde! Ok, mein innerer Schweinehund ist groß wie ein Trakehnerhengst, aber das bekomme ich auch noch in den Griff.

Da es draußen zu glatt ist nehme ich mir erstmal die Treppen vor. Langsam und vernünftig damit mein Körper sich langsam dran gewöhnt. Natürlich habe ich auch Hilfe, einerseits durch jemanden von Atlantis der einmal die Woche zu mir kommt um mich zu unterstützen. Andererseits durch meinen besten Freund, der mein Leben wieder lebenswerter macht.

Danke Matthias und Meik.

Wie sich das alles entwickelt könnt ihr dann mitverfolgen in meinem "Tagesblock". Wenn es einige Tage gibt wo auf beiden Webseiten nichts erscheint liegt das an meinem gesundheitlichen Zustand. Es gibt immer wieder Tage wo ich einfach zu nichts in der Lage bin. Ich bitte mir das zu entschuldigen.

Eure Rena

 

 

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