Category: Back to Life!
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Als ich noch klein war sagte Omi immer

Wenn es einem Menschen zu gut geht passiert etwas schlimmes

Kluge Frau meine Omi!

Voller Vorfreude das es einen Reset der Diablo 2 Ladder am 30.6. geben soll und die merklich ansteigende Kraft durch die Elektrolyte haben mich förmlich auf die Beine gebracht. Meine Hausarbeit bekam ich wieder in den Griff und dadurch wurde ich langsam wieder etwas fit.

Dadurch das ich meinen rechten Arm wieder mehr belastet habe stieg natürlich wieder der Schmerzpegel im Arm, im Nacken und im Rücken. Der Level in dem sich der Schmerz befindet liegt - auf einer Skala von 1 (Null) - 10 (Alarmstufe ROT) bei 6 (boah ey). An diesen Pegel muss ich mich erstmal gewöhnen dann greife auch ich zu einer Schmerztablette. Die hat mir mein Hausarzt verschrieben und die sind schon stark. Durch die Tabletten muss ich wieder mehr liegen...

Das löst eine Kettenreaktion aus, die Kraft verschwindet und ich bin immer müde. Kennt ihr das wenn ihr todmüde seid und trotzdem nicht einschlafen könnt? Nach ein paar Tagen sieht man aus wie ein Panda.... blass und dunkle Ringe um die Augen. An dem Punkt versagt mein Magen und mein Körper schmeißt bei der Gelegenheit dann die Elektrolyte raus. Nach dem Motto - brauch ich nicht!

- *Memo an mich: meinem Psychiater dem Link von diesem Artikel schicken!* -

Habe jetzt auch ein Schlafmittel verschrieben bekommen. Der Satz den er mit:" Das sieht man."kommentiert hat war: " Ich kann nicht mehr schlafen vor Schmerzen." Mein Psychiater ist wirklich cool irgendwie, und er kann mein Problem wirklich nachvollziehen  ohne das ich das ausführlich erklären muss.

Im Notfall, ca. nach 3 Tagen kaum Schlaf muss ich dann mal eine Schmerztablette nehmen. Diesen Teufelskreis hoffe ich in ein paar Wochen durchbrechen zu können, dadurch das sich die Gesetzeslage ja geändert was die Schmerzbehandlung durch THC angeht, wird es garantiert einen großen finanziellen Einbruch bei den Pharmakonzernen geben. Mal schauen was die Lobbyisten anstellen um das noch umzubiegen. Aber wir wollen hier nicht politisieren.

Das ist also passiert, in einem atemberaubendem Tempo. Voller "Körpercrash" inklusive verkrampfter Hände, einem Kopf in dem ein Taubheitsgefühl aufsteigt und so verkrampften Beinen das man Angst bekommt gleich knackt es und es brichst dir was...

An dieser Stelle liebe Grüße an die Krankenwagenfahrer die 19 Minuten mit mir diskutiert haben. Die Werte der Elektrolyte waren so im Keller das Herzrhythmusstörungen zu befürchten waren und ich 8 Tage verkabelt war. Also die Frage ob ein Anruf beim Notarzt nicht reichen würde beantworte ich ausdrücklich mit einem: " NEIN!"

Dank der Tropfs und Brausetabletten und natürlich des Nikotinmangels war ich nach 2 Tagen raus aus dem Bett. An der These das Raucher schneller auf die Beine kommen als Nichtraucher ist was dran. Um Rauchen zu gehen muss allerdings die Herzüberwachung in dem PC auf der Station auf Pause gestellt werden, dazu muss man jeden Tag einmal unterschreiben das das auf eigenes Risiko geschieht.

Also raus aus dem Bett, unterschrieben und runter in den Raucherbereich. Es ist gut das meine Tochter mir meinen Rollator 3 Tage später gebracht hat. Auf dem Weg nach draußen musste ich ohne Stütze gehen und in der Hälfte der Halle war ich froh das da Sessel waren, auf die ich mich setzen konnte.. Mit Panikattacken weil man nicht in einem "sicherem und geschützten Raum" ist, durch so eine Halle zu gehen ist eine unglaubliche Anstrengung für die Nerven. Die Kraft weiter zu gehen wenn der Körper echt der Meinung ist Elektrolyte brauchst du nicht... krass gesagt:

"Gib doch dem endlich den Kampf auf und leg dich Sterben, das Akku ist leer!"

Da ist dann der Punkt erreicht an dem ich eine Stütze brauche. Raus aus dem Sessel und weiter bis zum Ausgang. Frische Luft, auf dem Sessel schon die Zigarette gedreht und verbotener Weise direkt vor dem Eingang angemacht. Das kann auch eine Krücke sein! Dann langsam weiter zum Raucherbereich.

Ich war froh außer Moin nichts sagen zu müssen, mit meinen Gedanken war ich bei dem Rückweg in das Bett auf der Station. Ehrlich gesagt hatte ich keinen Plan wie ich da wieder hinkommen sollte. Die Stationsärztin hat mir eigentlich verboten die Station zu verlassen da dann die tragbare Herzüberwachung ausgeschaltet werden muss. Panikpatienten das Gefühl zu geben eingesperrt zu sein ist eine ganz verkehrte Behandlungsmethode! Einher geht noch eine Posttraumatische Belastungsstörung. Ich empfehle hier Wikipedia! Das Video das unter diesem Link zu finden ist behandelt dieses Thema.

*Ironie an* Ich hätte nie gedacht das ich auch einmal ein "coming out" haben werde. *Ironie aus*

Nein noch nicht aus! Zurück auf der Station habe ich mich artig wieder zurück gemeldet und innerlich verflucht das keine Kraft mehr hatte das Bild von der starken Verena aufrecht zu erhalten. Auf meine Frage ob man mir keinen Rollator zur Verfügung stellen kann bis meiner da ist dachte ich ,Gott sei Dank wieder im Bett liegend sonnst hätte es mich umgeschmissen, ich hab Halluzination als die Schwester mir einen Toilettenstuhl brachte. Den können sie nehmen Frau Ogbonna... ich dachte ich spinne! Icke mit einem Rollklo durch die Krankenhaushalle - ja genau...

Eine Schulung über Patienten mit einer Angststörung wäre vielleicht mal nicht schlecht...
So allgemein mal in den Raum gestellt...

Und wenn ich da runter kriechen muss, nie im Leben würde ich mir das geben. Gegen Abend quälte ich mich erneut nach unten. Aber in einer solchen Situation passieren manchmal auch wieder Dinge über die man lange nachdenken muss, so ist das bei mir sehr oft. Privat habe ich mein Umfeld auf wenige Menschen beschränkt denen ich wirklich vertraue und auch verbal kommuniziere und denen ich einen Einblick hinter meine Mauern, die ich um meine Seele gebaut habe zu geben.

Einer von diesen Menschen ist Meik der alle Krankenhäuser in Oldenburg angerufen hat um mich zu finden. Wir sind 14 Jahre befreundet und haben schon viel zusammen erlebt. Es fällt halt auf wenn ich plötzlich von der Bildfläche verschwinde.

Als er mich besucht hat war das für mich ein Licht in dem Tunnel. Es gibt wenige Leute die mich verstehen und wo ich mich nicht verstellen muss. Wenn es bei mir wirklich "brennt" ist er für mich da. Auch seine Mutter die ich hier grüssen will. Von ihrer leckeren Hühnersuppe, die sie für mich gemacht hat als ich krank war, hab ich im Krankenhaus geträumt. Einen Menschen braucht man um sich selbst zu hinterfragen und zu dem man bedingungslos ehrlich sein kann. Dieser Mensch ist für mich Meik, der mir manchmal auch ordentlich in den
A.... ..... ! Sein Besuch war so wichtig für mich damit ich die innere Ruhe wiederfinde.

Dann treffe ich auf Menschen die auch offen sind und eine ironische Art haben mit dem "Status Quo" ihres ICH´s umzugehen. Das Motto "die Lage ist ernst aber nicht hoffnungslos" oder "Humor ist wenn man trotzdem lacht", eine Portion Sarkasmus und Ironie hilft immer. Komischerweise gab es vier Menschen mit denen ich gern Kontakt auch nach dem Krankenhaus halten möchte. Nicht oberflächlich denkende und empathische Leute die nicht schauspielern trifft man nicht oft. Als ich mich entlassen lassen habe, fummelte ich mein Krankenhausarmbändchen mit meinem Namen von meinen Handgelenk und wartete auf einen der vier, die ich für mich selbst erstaunlich zum Kaffeetrinken einladen wollte. Ja manchmal überrasche ich mich auch selbst.

"My home is my castle" oder "du kommst hier nicht rein"
- is my way of life! -

Nerdkram:
*bei soviel englischen Wörtern hat sich mein Duden für Office jetzt auf Englisch gestellt. I hate it!?*

Leider kam keiner davon runter und ich wollte nur ein Taxi und nach Hause, deshalb gab ich das Bändchen einer sehr jungen, netten alleinerziehenden Mutter. Danke das du es weiter gegeben hast!

Mein Rollator den Steffy ins Krankenhaus gebracht hatte und meiner Tasche auf dessen Sitz bin ich dann in ein freies Taxi und ab nach Hause. Aber was davor passiert ist kann ich in groben Zügen beschreiben.

Am 6. Tag im Krankenhaus war ich so "im Eimer" das ich einen mentalen Zusammenbruch hatte. Das kam ganz plötzlich, aber wenn man nicht pennen kann weil man eine Panikattacke hat die schon Tagelang anhält, nicht so ganz verwunderlich. Meine Bitte doch das von meinem Psychiater verschriebene, auf meine Medikamente abgestimmte Schlafmittel nehmen zu können wurde abgelehnt. Die Begründung das mein Blutdruck dafür zu niedrig ist sollte man mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Ich bin kein Arzt aber ich merke was mit meinem Körper passiert, schließlich bin ich hier drin. Der Mensch braucht seinen Schlaf!

An diesem Tag hatte ich eine Ultraschalluntersuchung bei deren Verlauf die Ärztin mir erzählte das sie sich noch an die Visite bei der ich ihr gesagt habe: "Brausetabletten kann ich auch zuhause nehmen. Ich habe einen guten Hausarzt der bekommt das in den Griff." erinnert. Dann fing die Untersuchung an die echt schmerzhaft war, sie sagte mir das sie stark drücken muss damit sie bei meiner Körpermasse was erkennen kann. ...

Klatsch! Das war ein verbaler Schlag mitten in meine Seele und brachte das Fass echt zum überlaufen. Gefunden hat sie aber trotzdem etwas, eine Zyste in der Niere was mir ja angeblich bekannt gewesen ist. Öhm nein ist es nicht! Genauso wenig wie in dem 2. Ärztebrief, den ich nach dem vorletztem unterschreiben die Folgen (bis zum Tot) selbst zu tragen steht das meine Schilddrüsenwerte auch nicht ok sind. Da mache ich mir natürlich Gedanken warum mir das keiner sagt!? Hätte der Arzt meines Vertrauens schon längst unter Kontrolle haben können. Das Gewicht von fast 20 kg das ich in relativ kurzer Zeit verloren habe, erkläre ich mir jetzt anders, vor allem weil ich in der Zeit fast nur gelegen habe.

Nachmittags kam es dann die Stationsärztin kam an mein Bett und sagte es muss eine Magen-Darmspiegelung gemacht werden um abzuklären woher mein Zustand kommt. So fertig wie ich war habe ich eingewilligt...

Dieses widerliche Zeug was man trinken muss habe ich kaum durch den Hals gekommen. Mal abgesehen davon, ich schaffe es nicht mal 3 Liter Kaffee zu trinken. Den letzen Liter bekam ich gegen 6 Uhr morgens und sollte ihn innerhalb 1 Stunde getrunken haben. Resultat - nach der Hälfte rebellierte mein Körper und ich habe mich erbrochen. Sie redeten auf mich ein und ich bekam keinen Tropfen davon mehr runter.

"Wenn sie das nicht gleich leer haben legen wir ihnen eine Magensonde sonst bekommen wir Zeitprobleme!"

 Hallo ich bin Panikpatient, da war es soweit. Es machte Klick und mein Kopf schlug auf den "Not aus Botton". Mann kann Nerven die an seidenen Fäden hängen echt reißen hören...

Ich werde jetzt nach Hause gehen!
That was the point of no return...

Der Gedanke  - wenn ich nicht schnellstens in die Sicherheit meiner Wohnung komme war´s das, an mehr konnte ich nicht mehr denken. Ich habe zuhause natürlich sofort die Apotheke angerufen und die brachten mir alle Elektrolyte die ich brauche. Wusstet ihr das das von der Krankenkasse nicht übernommen wird weil das quasi Privatvergnügen ist. Keine Ahnung warum die das sagen, weil Herzrhythmusstörungen können tödlich sein.

Jetzt bin ich also zuhause, durch die 3 Liter dieses ekelhaften Zeug und die 2 Liter Wasser die noch dazu kamen hab ich seit gestern geschwollene Knöchel. Nach dem Aufenthalt wegen Wasser in der Lunge durfte ich ja nicht zuviel trinken. Man sollte mal Patientenakten lesen, da hätte man diese Untersuchung möglicherweise nicht in Betracht gezogen. Die Probleme hab ich jetzt, aber das bekomme ich selbst wieder in den Griff.

Mir geht es soweit gut, ich lenke mich damit ab Elizz zu überarbeiten und ein Forum aufzubauen. Mein Wohnzimmer umstellen ist in Planung, nur noch etwas Kraft sammeln und dann geht es los.

 Ein letztes Wort zu den Besuchern der letzten paar Tage: "Ihr tut mir gut!"

 

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